In lockerer Atmosphäre – bei Pizza und alkoholfreien Getränken – diskutierten die Gäste mit Michael Brendel über die technologische Zukunft. Foto: Luca Pals

Kaum ein Moment ohne Technik

„Pizza & Politik“ diskutiert Digitalisierung / Neuauflage 2020

Kaum ein Moment ohne Technik

90 Prozent aller Deutschen nutzen täglich das Internet, drei Viertel sind im Besitz eines Smartphones – und mindestens drei Stunden verbringen Menschen am Tag an ihren mobilen Endgeräten. Bei der letzten Veranstaltung von „Pizza & Politik“ in diesem Jahr lieferte Referent Michael Brendel am Mittwoch beeindruckende Zahlen. Das Thema „Digitalisierung, Künstliche Intelligenz, Roboter, Arbeitsplätze“ hatte 13 Besucher in den Schultenhof gelockt.

Kommentar von Thomas Kötterheinrich:
Am Mittwoch habe ich an der dritten Diskussionsrunde der Veranstaltungsreihe "Pizza und Politik" zum Thema Digitalisierung und künstliche Intelligenz teilgenommen. Wir sollten unsere Kinder in Bezug auf digitale Kompetenz schulen und frühzeitig auf die Chancen aber auch Risiken des Internets hinweisen.

Es war die dritte Auflage des Formats, das von der Bundeszentrale für politische Bildung gefördert wird. Dessen Organisation liegt in den Händen von Gemeinde und Volkshochschule . Deren Vertreter Jendrik Peters präsentierte mit Brendel einen wahren Fachmann, der als Journalist, Referent und Autor tätig ist. Seine jüngste Veröffentlichung trägt den Titel „Die Mensch-App.“

Die Zahlen stießen auf verschiedenste Reaktionen: vom Kopfschütteln bis zum wohlwollenden Nicken. Man mag sie erschreckend oder begrüßend aufnehmen, so der Referent, „mit der Technik von morgen sollte man sich auf jeden Fall auseinander setzen“. Denn „die Generationen, die jetzt aufwachsen, haben kaum Momente, in denen sie Technik nicht begegnen.“ Alleine 2017 seien mehr Daten generiert worden als in den 5000 Jahren zuvor. Tendenz steigend. „Alle zwei Jahre verdoppelt sich das Wissen der Welt. Damit explodiert der Datenberg.“ Schulen und Eltern würden Kinder unzureichend auf die Zukunft vorbereiten, befand Brendel.

Der Begriff des „gläsernen Menschen“, über den alle Informationen im Netz herumgeisterten, wurde während der Diskussion aufgegriffen. Bereits während des Pizza Essens warfen die Ladberger interessierte Blicke auf ihr eigenes Nutzungsverhalten. Jendrik Peters gab zu: „Ich habe mein Handy heute schon über 100 mal entsperrt.“

Künstliche Intelligenz sei in allen Lebensbereichen die Zukunft: Von der Kunst über die Medizin bis in die Produktion. „Wie können wir mündige Bürger sein und bleiben?“ und „Was wollen wir von der Künstlichen Intelligenz?“ waren die Leitfragen der Diskussion.

Für die ersten drei Veranstaltungen zog Peters ein positives Fazit. „Wir haben im Schnitt zwölf Menschen für Politik an einem Mittwochabend begeistern können“, resümierte er und erklärte mit Blick auf die Diskussionskultur: „Wir wollten weg vom Stammtisch-Niveau. Das haben wir durch eine lockere Stimmung, respektvollen Umgang und informative Vorträge geschafft.“ Die Organisatoren nahmen aber auch Kritik auf. So wird es im kommenden Jahr zwei statt drei Veranstaltungen pro Halbjahr geben, „weil an uns herangetragen wurde, dass die Termindichte zu groß war.“

Los geht‘s am Mittwoch, 12. Februar, um 19 Uhr mit dem Thema „Generation wegwerfen – containern, konsumieren und Co.“ Am 22. April schließt sich ein Diskussionsabend zum „Legalen Menschenhandel“ an.

Artikel & Foto: Luca Pals – Westfälische Nachrichten

Zurück

Es werden notwendige Cookies, Google Fonts, OpenStreetMap und Youtube geladen. Details finden Sie in unserer Datenschutzerklärung und unserem Impressum.